Chess - Warum spielt ihr Schach?

Chess

Warum spielt ihr Schach?

Vabanque - 19. Jul '22    
Warum spielt ihr Schach?

Wann, wie, warum habt ihr es gelernt, warum seid ihr dabei geblieben und spielt jetzt noch?

Was ist euch am Schach wichtig? Das Gewinnen, die Schönheit der Spielzüge, etwas Anderes (dass man dabei Menschen kennen lernt z.B.)?

Spielt ihr hobbymäßig oder im Verein? Analysiert ihr eure Partien hinterher?

Schaut ihr euch auch Partien anderer Spieler, z.B. GM-Partien an? Lest ihr Schachbücher?

Ja, viele Fragen bzw. eigentlich bloß Anregungen, was ihr in diesen Thread schreiben könnt, wenn ihr wollt😃
FriedWil - 19. Jul '22    
Wer spielt hier Schach ?
😂🙂👍
toby84 - 19. Jul '22    
"Warum spielt ihr Schach?"

angefangen habe ich schon früh mit meiner mutter, die es mir beigebracht hat. das war allerdings noch sehr selten. irgendwann hat man eben nach möglichen hobbies gesucht. und da klang schach für mich gut. da war ich 8 oder 9 jahre alt. zu der zeit hatte ich schon tennis ausprobiert und bei judo reingeschnuppert, aber ich war immer eher nerdig als sportlich.

"Was ist euch am Schach wichtig? Das Gewinnen, die Schönheit der Spielzüge, etwas Anderes (dass man dabei Menschen kennen lernt z.B.)?"

ich zocke einfach sehr gern. alles mögliche, bei weitem nicht nur schach. und ich würde auch nicht sagen, dass schach besser ist als all die anderen spiele. es ist weder das komplexeste (wer denkt, dass es im schach unvergleichlich viele mögliche züge und stellungen gibt, sollte das ernsthaft überdenken, das ist nicht annähernd der fall), noch das aufwändigste, noch das fintenreichste oder tiefgründigste, noch das schlichteste in seinem aufbau. ob es in seiner struktur das eleganteste ist, soll jeder für sich selbst entscheiden, aber an den ästhetischen aspekten habe ich wenig interesse. wichtig ist mir nur der spaß am spiel.

"Spielt ihr hobbymäßig oder im Verein? Analysiert ihr eure Partien hinterher?"

verein. selbstverständlich analysiere ich nur lange partien, und das sind inzwischen nur noch ligapartien. die habe ich letztens aber auch nicht alle analysiert.

"Schaut ihr euch auch Partien anderer Spieler, z.B. GM-Partien an? Lest ihr Schachbücher?"

tatsächlich schaue ich mir gar nichts von hochklassigen spielern an. ich habe früher in schachbüchern gelesen, aber inzwischen auch gar nicht mehr.

ich war nie sonderlich ehrgeizig, aber im moment habe ich praktisch gar keinen ehrgeiz. ich will einfach nur spielen 🙂

"Wer spielt hier Schach ?
😂🙂👍"

das frage ich mich auch oft. was ich häufig für einen blödsinn spiele, kann man kaum schach nennen.
Hasenrat - 19. Jul '22    
Die Wurzel meiner Leidenschaft liegt in einer Negativwahl sozusagen. Wir hatten früher die Schülersportgemeinschaften, in denen die Kinder vergünstigt an den Vereinssport herangeführt werden sollten. Mein Vater knallte mir das Programmheft auf den Tisch mit der Maßgabe, mir jetzt, verdammt nochmal, einen Sportverein zu wählen - irgendeinen, aber einer musste es sein (er dachte natürlich an Fußball, Handball ,,,). Ich blätterte kurz durch und wählte, alles andere an Bewegungssportarten vermeidend: Schach! Der Deal war perfekt. In der Folge kam ich auf den Positivgeschmack. 😅
Vabanque - 19. Jul '22    
Danke euch beiden schon mal für eure ausführlichen und aufschlussreichen Antworten!👏

Aber ich freue mich auch über kurze Texte, nicht dass sich jemand jetzt verpflichtet fühlt, es toby gleich zu tun😉
halmahuepfer - 19. Jul '22    
Weil die Internetverbindung manchmal zu schwach ist zum streamen..
Weil der vorletzte Fehler gewinnt..
Weil ich keine Elfmeter kann..
Weil es draußen zu heiß ist..
Weil das Huhn über die Straße lief..
Und überhaupt: es macht einfach Spaß 🙂
Alapin2 - 19. Jul '22    
Bei Hasenrats Geschichte fiel mir spontan der Film "Billy Elliott, I will dance" ein.
Billy wird von seinem Vater genötigt, Boxen zu lernen. Nebenan trainieren die Mädchen Ballett, und er klinkt sich lieber da ein. Schöner Film, Musik T-Rex (und Tschaikowsky).
P. S. : Ist mir persönlich lieber, daß Hasenrat beim Schach und hier bei uns gelandet ist! 😀
Tschechov - 19. Jul '22    
Ich habe eigentlich erst hier bei chessmail mit dem Spiel angefangen, die Spiele, die ich vorher absolvierte, kann man an einer Hand abzählen. Ich war sofort "drauf". Mittlerweile überlege ich schon, das Spielen wieder sein zu lassen, da es zu viel von meiner Zeit frisst und alle meine anderen Interessen zu kurz kommen. Aber noch ist es nicht soweit. Ich wollte hier jüngst einen ganz ähnlichen Thread erstellen, die Frage sollte in etwa lauten: Was ist euch beim Schach am wichtigsten? Ich stelle bei mir fest, daß meine Wertungszahl mir schon etwas bedeutet, sie aber nicht das Maß aller Dinge ist. Dazu bin ich zu neugierig, probiere auch zu gerne Neues aus. Ich würde nie, wie einige andere Spieler hier, bspw. immer mit Weiß 1. e4 oder d4 spielen.
Darüber hinaus sticht mich beim Spiel manchmal der Hafer, dann mache ich Züge nur um herauszufinden, was dabei herauskommt und manchmal führt das dazu, daß ich die Partie verliere. Schachbücher habe ich mittlerweile so einige, schaue aber viel zu selten hinein.
Alapin2 - 19. Jul '22    
... Um meinen unruhigen Geist zu beschäftigen....
Angeblich werden bis zu 30% der Körperenergie bei reger Gehirntaetigkeit verbraten.
1 Meter 80, 66 Kilo, scheint zu funktionieren...
Zeitraetsel leider nur 1 Mal pro Woche. 😜
underdunk - 19. Jul '22    
Ich habe Schach als Kind von meinem Vater gelernt, aber nie wirklich gespielt. Während meines Studiums kam ich irgendwie auf die Idee wieder Schach zu spielen. Ich habe dann ein paar Apps und Webseiten ausprobiert und bin dann bei chessmail hängen geblieben.

Bücher habe ich in der Zeit auch gelesen, was ich derzeit aber gar nicht mehr mache.

Ich spiele Schach, weil es mir Freude macht und einfach so nebenbei läuft.
Hasenrat - 19. Jul '22    
@Alapin2
Geboxt hat mein Vater auch, war überhaupt ein sportlicher Tausendsassa - und insofern wahrscheinlich schon ein bisschen enttäuscht von seinem Sohn ...
Beim Ballett wäre ich allerdings nie, beim besten Willen nicht gelandet - dann schon eher Bouldern mit Gepäck
... 😛
Alapin2 - 19. Jul '22    
Geil, bin auch mal geklettert! Der tollste Sport überhaupt!! Schach am Felsen!
Vabanque - 19. Jul '22    
>>Angeblich werden bis zu 30% der Körperenergie bei reger Gehirntaetigkeit verbraten.<<

Warum klappt das dann bei mir nicht? Ich nehme durch Mathe und Schach zu!😟
Feyerabend - 19. Jul '22    
Ich habe in der Schulzeit (Schach AG, ca. 14 Jahre alt) Schach spielen gelernt und das damals sehr gern und häufig mit Freunden gespielt. War aber nie im Verein. Mein theoretische Wissen ist sehr begrenzt, resultiert aus Praxiserfahrung und etwas googleln. Mangels Spielpartnern hatte ich Jahrzehnte lang kaum Gelegenheit zum Spielen. Bis ich 2020 Chessmail entdeckt habe und sehr froh bin wieder spielen zu können (Danke an shaack!!).

Habe angefangen ein Schachbuch anzuschauen, war mir aber zu langweilig. Theoretisch sehr instruktiv fand ich, dass toby84 mal eine Partie von mir kommentiert hat (Danke dafür!).

Warum gerade Schach? Schach ist für mich das Spiel mit dem richtigen Verhältnis aus ausprobieren, drauflosspielen and überlegen. Betrachte Schach aber eher als Zeitvertreib (spiele zumeist ca. 10 Spiele gleichzeitig), als dass ich mir viel Mühe mit der Analyse gebe. Im Vergleich zu anderen Spielen finde ich an Schach gut, dass man sich am ehesten darauf als das „königliche Spiel“, dass von vielen Menschen international gespielt wird, einigen kann, so dass ich auch im Urlaub schon Spiele probieren konnte (das klappt mit anderen Spielen weniger).

Langsam merke ich, dass ich immer süchtiger werde, mehr Zeit mit Schach verbringe, immer mal wieder CM anwerfe und ein paar Züge hinwerfe. Ich weiß noch nicht wie das weiter geht, entweder theoretischen Wissen ausbauen oder weiter Zeit verdaddeln (aber eigentlich ist die recht knapp).
halmahuepfer - 19. Jul '22    
@ Vabanque: ungesättigt ist das Schlagwort
Henri4 - 19. Jul '22    
Nimmt man nur die Titelfrage, wird es ganz schön persönlich. Und es lohnt sich, ehrlich darüber nachzudenken. Möge jeder, der sich damit auseinandersetzt, befriedigende Antworten finden - und sie hier ggf. veröffentlichen (oder nicht).
Danke für die Themeneröffnung!
(später evtl mehr von mir)
Vabanque - 19. Jul '22    
Oh nein, so war das nicht gemeint gewesen!😮
Ich wollte in den Eröffnungsbeitrag zuerst sogar noch schreiben, dass ich von euch jetzt keine intimen Offenbarungen erwarte - aber dann dachte ich mir, das wird wohl auch niemand so auffassen.
Vabanque - 19. Jul '22    
Ich kann auch gerne selber Antworten zu meinen eigenen Fragen beisteuern - aber ich wollte erstmal euch zu Wort kommen lassen.
Henri4 - 19. Jul '22    
Sorry, so schlimm? ☺️
Dass mein Kommentar gleich auf ein solches Echo (vom TE) stößt... Dann störe ich mal besser nicht weiter. 😉 Nix für ungut.
Vabanque - 19. Jul '22    
Oje ... Ich wollte bloß nicht, dass es zu persönlich wird.
Henri4 - 20. Jul '22    
Ich wusste nicht, dass auch hier eine ganz konkrete Erwartungshaltung lauert wie bei einer gestellten Schachaufgabe.
JamesBond007 - 20. Jul '22    
@ Vabanque:

1. "Warum spielt ihr Schach?"

Weil ich halt gerne spiele! Und das Spielen ist bei mir immer mit etwas Spekulation und Bluff verbunden... Früher spielte ich auch Poker.

2. "Wann, wie, warum habt ihr es gelernt, warum seid ihr dabei geblieben und spielt jetzt noch?"

Bobby ist daran schuld! Nachdem der Wettkampf B. Spassky - R. J. Fischer beendet war spielten meine Eltern regelmässig ein paar Partien am Sonntagnachmittag. Und eines Tages schaute ich denen zu... Und, anstelle ins Stadion zu gehen, bekam ich da meinen ersten Schach-Unterricht! Ab dem Zeitpunkt galt Schach als ein Bestandteil meines Lebens und bin dem königlichen Spiel stets treu geblieben. Schach gehört zu mir, auch wenn ich jetzt weniger aktiv bin als früher....

3. "Was ist euch am Schach wichtig? Das Gewinnen, die Schönheit der Spielzüge, etwas Anderes (dass man dabei Menschen kennen lernt z.B.)?"

Alles wo du hier zitierst! Etwas Wettkampf-Stimmung war mir so oder so immer recht, und das seit meiner Kindheit!

4. "Spielt ihr hobbymäßig oder im Verein? Analysiert ihr eure Partien hinterher?"

Jetzt wo ich nicht mehr über eine ELO-Wertung verfüge, bin ich jetzt wohl zum reinen Hobby-Spieler geworden. Bin jedoch immer noch ein mehr oder weniger aktives Vereins-Mitglied. An Mannschafts-Wettkämpfe nehme ich jedoch nicht mehr teil. Ab und zu analysiere ich meine gewonnenen oder verlorenen Partien...

5. "Schaut ihr euch auch Partien anderer Spieler, z.B. GM-Partien an? Lest ihr Schachbücher?"

JA! Und Schachbücher liebe ich nach wie vor! (z.B: Dr. Siegbert Tarrasch: "Die Moderne Schachpartien", "Dreihundert Schachpartien".


Mit freundlichen Grüssen

Marcel ~ alias JamesBond007
Vabanque - 20. Jul '22    
@Henri4: Nun, ich hatte deinen ersten Post (vermutlich fälschlich) so aufgefasst, dass dir die Fragestellung zu persönlich ist, und sie daraufhin versucht zu entschärfen. War wohl ein Missverständnis gewesen.

Die Fragen waren nur als Anregung bzw. Hilfestellung gedacht gewesen, was man hier schreiben könnte, nicht als Erwartungshaltung.

Mich hat halt einfach mal interessiert, wie andere Leute zum Schach gekommen sind, warum sie dabei geblieben sind (viele hören ja wieder auf) und wie sie es betreiben (Nur spielen, auch Analysieren, auch Bücherstudium etc.)

Das ist alles.
Vabanque - 20. Jul '22    
Ich finde es auch gut, dass einige einfach das hinschreiben, was ihnen spontan einfällt, während andere konkret auf meine Eingangsfragen eingehen.
Bluemax - 20. Jul '22    
Ich glaube bei mir fing alles mit dem Übergang zur Oberschule (7. klasse) so richtig mit Schach an. Jede freie Stunde mit einem Schulkumpel in der Mensa gespielt. Zu Hause dann weiter mit dem Mephisto Teufelchen (Weihnachsgeschenk). Dann kam für die nächsten 10 Jahre recht Professionell Tischtennis, daher kaum Zeit für Schach (Wahrscheinlich auch wegen Lehre, erste Freundinnen, Disco!). Circa mit 18 dann auf die Bücher der WM Wettkämpfe Kasparow - Karpov aufmerksam geworden und dann nahm alles seinen Lauf (Zwischendurch dann auf die Zeitschrift ‘Schach‘ gestoßen und die nächsten Jahre alles aufgesaugt was drin Stand).
Im Laufe der Jahre dann im Prinzip alle Standardwerke gelesen (und das meiste fast wieder vergessen 😂), sämtliche WM Schlachten nachgespielt.

In einen Club hat es mich nur einmal getrieben und nach einem Jahr auch wieder vertrieben.
Seltsame Leute dort getroffen, gute Spieler, aber sehr merkwürdig für mich damals.

Heutzutage interessieren mich nicht mehr endlos lange Analysen irgendwelcher Positionen, bin eher ein Bauchspieler und zehre aus meinen früheren Erfahrungen. Das reicht mir völlig. Schach ist ja enorm Zeitintensiv und es gibt ja auch viele andere schöne Dinge.

Top Großmeister Events verfolge ich wie immer regelmäßig, mich fasziniert diese enorme Spielstärke dieser Leute.
Henri4 - 20. Jul '22    
@Vabanque

Ja, da hattest Du meinen Beitrag einfach falsch verstanden. Er entsprang einer kurzen Selbstreflexion und bezog sich lediglich auf die Titelfrage. Er war überhaupt nicht kritisch zu verstehen; denn ich wollte nur kurz auf das (auch psychologische) Spektrum Persönlichkeit hinweisen. Ich denke es hat sehr viel mit unserer individuellen Persönlichkeit zu tun, warum wir Schach spielen. Wenn das jeder für sich selbst mal ein bisschen hinterfragt, lernt man sich selbst etwas besser verstehen... Was sich letztlich für die eigenen Entwicklungsmöglichkeiten lohnen kann.
Habe die einzelnen von Dir formulierten Fragen natürlich auch gesehen - doch verließ ich mich einfach auf Dein geschätztes Verständnis, das dann hier zum Ausdruck kam:
"Vabanque - vor 4 Std.
Ich finde es auch gut, dass einige einfach das hinschreiben, was ihnen spontan einfällt, während andere konkret auf meine Eingangsfragen eingehen."
Bemerkenswert finde ich, dass Du die Sache nicht einfach stehen lässt sondern nochmal aufgreifst. Dies gibt auch mir die Möglichkeit, für eine Klarstellung meines Kommentars hiermit zu sorgen und vielleicht doch noch auf die einzelnen Fragen autobiographische Antworten später hier zu geben.
Insofern wäre dies nun erstmal - hoffentlich gütlich - geklärt. *shakehands
Vabanque - 20. Jul '22    
Ja, es war einfach ein Missverständnis gewesen. Danke für deine Beiträge, @Henri4, du hast dir wirklich viele Gedanken zum Thema gemacht.
Danke auch an alle anderen, die sinnvolle Beiträge in diesem Thread geschrieben haben.
Vabanque - 20. Jul '22    
Es könnte ja auch sowas kommen wie das mehr berüchtigte als berühmte Fischer-Zitat:

'Im Schach nämlich geht es darum, den Gegner klein zu kriegen, sein Ego zu zerbrechen und zu zermahlen, seine Selbstachtung zu zertreten ... '

Ich zitiere mal lieber nicht zu Ende, denn es wird immer schlimmer.

Ist das Fischers Antwort auf die Frage, warum er Schach spielt?

In der Tat ist eine Niederlage beim Schach durchaus eine Demütigung. In den wenigsten Fällen habe ich meinem so genannten Gegner (der er im wirklichen Leben selten war) diese Demütigung gegönnt, während ich umgekehrt bei den Leuten, die mich im Leben aufs Äußerste gedemütigt haben (z.B. meine Kindergärtnerin, meine Lehrerin in der 2. Klasse, mein Sportlehrer) nie auch nur ein einziges Mal die Chance bekam, ihnen diese Demütigung in Form einer Schachpartie zurückzuzahlen.
Vabanque - 20. Jul '22    
Vielleicht ist Problemschach ja die Lösung. Hier gibt es keine Sieger und Verlierer, hier gibt es keine sadistischen Demütiger und keine Gedemütigten, hier gibt es nur abstrakte Aufgaben. Aber Frust gibt es genauso, wenn man sie nicht lösen kann, und der Demütiger ist dann derjenige, der einen dafür auslacht, dass man die auch so leichte Aufgabe nicht lösen kann ...

'Wer spielt hier Schach?' wurde gefragt ... ja, in der Tat die meisten, aber nicht alle. Manche spielen nicht, sie lassen ihre Engine für sie spielen. Und lachen nachher diejenigen aus, die gegen ihre Engine verloren haben und führen sie im Forum vor. Auch eine Form der Demütigung, die heute jeder Anfänger mit Engine durchführen kann. Auf diese Weise kann ein Anfänger sogar einen GM demütigen.
Alapin2 - 20. Jul '22    
Vabanque : Vielleicht ist Boxen doch besser als Ballett oder Schach???
😂
toby84 - 20. Jul '22    
"Im Schach nämlich geht es darum, den Gegner klein zu kriegen, sein Ego zu zerbrechen und zu zermahlen, seine Selbstachtung zu zertreten ... '

ich habs schon mal gesagt und ich sage es wieder: von dem zitat findet sich kein original. und ich habe auch im deutschen keine zitateseite mit quelle dafür gefunden.
Vabanque - 20. Jul '22    
Dann wäre es immerhin interessant festzustellen, wie es zu dem angeblichen Zitat kam.
toby84 - 20. Jul '22    
es gibt entschärftere varianten davon. und gerade durch seine extreme form ist es natürlich beliebt. und dem bobby traut man es einfach zu, das macht es glaubwürdig ^^
Vabanque - 20. Jul '22    
Nicht mal bei einem dermaßen kranken Hirn finde ich so etwas wirklich glaubwürdig.
Alapin2 - 20. Jul '22    
Vabanque :Thema demütigende Lehrer...
Ich, null Ahnung von Musik, wurde in der 6.Klasse an die Tafel geholt, um vor versammelter Mannschaft ein Notendiktat vorzuführen. Der Lehrer, abgebrochener Pianist, mit Frackoberteil (!!) im Unterricht, stand mit dem Rücken zu mir, um der Klasse zu erklären, was ich alles falsch gemacht hatte. Ich war sooo sauer, daß ich ihm mit Kreide ein Mondgesicht auf den Rücken gemalt habe. Leider beim letzten Strich zu doll aufgedrückt.
Es sprach bald die ganze Schule davon. Ich bekam zwar richtig Ärger, merkte aber, daß sogar die Lehrer klammheimliche Freude zeigten.
Der hat mich nie wieder vorgeführt!
... Manchmal gar nicht so schlecht, eine subversive Neigung zu haben...
toby84 - 20. Jul '22    
"Nicht mal bei einem dermaßen kranken Hirn finde ich so etwas wirklich glaubwürdig."

naja, wenn er mit seinem antisemitismus oder antiamerikanismus anfängt, verschlägt es einem doch auch die sprache. der mensch war offensichtlich misanthrop, und das hat er reichlich ausgelebt. feindbilder hatte er in hülle und fülle.
Vabanque - 20. Jul '22    
@Alapin2: Das Subversive merkt man bei dir durch gefühlt jeden Beitrag😁Allerdings verstehe ich deine politischen Anspielungen nie, vielleicht zum Glück😜
Vabanque - 20. Jul '22    
>>naja, wenn er mit seinem antisemitismus oder antiamerikanismus anfängt, verschlägt es einem doch auch die sprache. der mensch war offensichtlich misanthrop, und das hat er reichlich ausgelebt. feindbilder hatte er in hülle und fülle.<<

Die Frage ist halt schon, warum oder besser wozu er die eigentlich gebraucht hat. Der Auslöser ist ja meist eine persönliche Erfahrung in der Kindheit oder Jugend (auch wenn das schon ein Klischee ist). Aber warum diese Rundumschläge? Meine negativen Erfahrungen mit Kindergärtnerinnen und Sportlehrern bringen mich doch auch nicht dazu, ALLE Kindergärtnerinnen und Sportlehrer in Bausch und Bogen zu verdammen. Es waren halt Einzelpersonen, die mich (aus welchen Gründen auch immer) gehasst und gedemütigt haben, und nur gegen diese Einzelpersonen habe ich Hass- und auch Rachegefühle (ja, ich gebe es zu), aber niemals gegen ganze Berufs- oder gar Bevölkerungsgruppen, denen diese Einzelpersonen angehörten. Putin bringt mich ja jetzt auch nicht dazu, irgendwelche negativen Gefühle gegen meine stets freundliche russische Nachbarin aus dem 3. Stock zu entwickeln.
Vabanque - 20. Jul '22    
Auch in der Schachgeschichte gibt es viele 'offene Rechnungen', die nie beglichen wurden. Bekannt ist, dass Capablanca ein Rückkampf gegen Aljechin verweigert wurde (das war damals noch möglich, leider). Wir wissen natürlich nicht, wie der Rückkampf ausgegangen wäre, aber die Chance hätte Capa schon verdient gehabt.
Nur schlimmer ist es m.E., dass Capa - als er sogar noch Weltmeister war - 1925 im Moskauer Turnier gegen Iliyn-Zhenevsky und Verlinsky verlor, und zeit seines Lebens nie mehr die Chance erhielt, sich für diese Demütigungen zu revanchieren. Diese beiden Spieler sind dann wohl die einzigen, die einen 100%-Score gegen Capablanca haben, ohne dass dies im mindesten den tatsächlichen Spielstärkeverhältnissen entsprechen würde.
Alapin2 - 20. Jul '22    
Vabanque : Verfolgungswahn laesst sich nicht mit Logik erklären oder mit "normalen" Maßstäben messen. Haben wir hier ausgebildete Psychologen dabei? Vielleicht hat da jemand eine Idee?
P. S. : Vor einigen Jahren las ich, daß 1 halbes Prozent der Bevölkerung einen bestimmten Gendefekt hat. Sie können kein Mitleid empfinden. Auf Deutschland bezogen also etwa 400 000 Menschen.
Habe mich immer gefragt, wie die ganzen Massenmörder in der Geschichte getickt haben. Wäre doch eine Erklärung, oder!?
Fragt sich nur, wieso gerade solche Leute an die Macht kommen.
Vorschlag für die Zukunft : Psychologisches Gutachten, bevor jemand bestimmte Ämter bekommt!? 😜
P. S. : War der unsägliche Karadzic (in DenHaag verurteilt) nicht sogar selbst Psychologe??
P. P. S. : Vabanque : Das war eine politische Anspielung! Kann man aber googeln 😁😜.
Vabanque - 20. Jul '22    
>>Fragt sich nur, wieso gerade solche Leute an die Macht kommen.<<

Vielleicht gerade deswegen?

Wer an die Macht kommt, will die Macht ja auch. Ich komme deswegen nie an die Macht, weil mir Macht nichts bedeutet. Ich wüsste damit nichts anzufangen.

>>P. S. : War der unsägliche Karadzic (in DenHaag verurteilt) nicht sogar selbst Psychologe??
P. P. S. : Vabanque : Das war eine politische Anspielung! Kann man aber googeln 😁😜.<<

Na, den kenne ich schon. Zumindest dem Namen nach. Mich wundert bloß, dass jemals überhaupt jemand in Den Haag verurteilt wurde. Bei Milosevic hat's ja wohl nicht geklappt ...
Vabanque - 20. Jul '22    
Aber warum ich Schach spiele?

Ich habe seinerzeit - recht spät, erst mit 14, davor habe ich nur auf absolutem Anfängerniveau gespielt - eigentlich hauptsächlich deswegen mit Schach anzufangen, um die Partien der großen Spieler der Schachgeschichte zu verstehen. Nun ja, gelungen ist mir dies wohl nicht, zumindest damals nicht (und auch heute meistenteils wohl noch nicht), aber ich bekam zumindest eine gute Ahnung davon, wie Schach auf sehr hohem Niveau ablaufen kann, und ich habe viel dabei gelernt.

Vielleicht ist es tatsächlich mehr der ästhetische Aspekt im Schach, der mich fasziniert? Aber dann müsste ich tiefer im Problemschach stecken, das ich ja nur am Rande betreibe (wenn auch in letzter Zeit, vor allem durch die schönen Beispiele, die von den SF matun, Gigue und anderen ziemlich regelmäßig hier gepostet werden, deutlich mehr).

Ich glaube, mich fasziniert einfach schachliches Denken. Vor allem das Denken von sehr starken Spielern, das würde ich gerne nachvollziehen können.

Das Gewinnen war mir früher wichtiger als jetzt. Da ging es aber zum großen Teil ja auch um die Mannschaft, und ich wollte natürlich etwas für die Mannschaft beisteuern.

Ich analysiere meine Partien gerne hinterher, ich bin das aus meiner Turnierschach-Zeit so gewohnt, dass man sich hinterher immer noch miteinander die Partie anschaut. Hier bei chessmail ist das in den wenigsten Fällen so, dass jemand hinterher noch über die Partie etwas schreiben mag, leider.

Schachbücher besitze ich so einige Hunderte, von denen ich aber nur wenige von vorn bis hinten durchstudiert habe, die meisten aber zumindest in Teilen. Ich nehme mir immer wieder vor, das Selber-Spielen (das ja nicht wirklich zu bemerkenswerten Partien führt) ganz einzustellen und stattdessen lieber mal wieder die Partien meiner Lieblingsspieler gründlich zu studieren, aber das ist dann halt immer mit so großen Zeit- und Energieaufwänden verbunden😐
Alapin2 - 20. Jul '22    
Vabanque :... bei Milosevic hat es nicht geklappt...
Naja, vorher gestorben... Göring (nicht der vom Gambit!) hatte sich ja auch durch Tod vor dem Urteil gedrückt....
Vabanque - 21. Jul '22    
Naja, das ist aber jetzt wirklich total off-topic ...